Alle Begriffe

Glossar

Executive Search Mandatierte Direktsuche für Führungsrollen

Was ist Executive Search?

Executive Search ist Personalsuche, proaktiv gedacht: Statt eine Rolle auszuschreiben und Bewerbungen zu filtern, kartiert eine spezialisierte Beratung den relevanten Markt, identifiziert die Menschen, die den Job bereits gut machen — fast alle nicht auf Suche — und spricht sie direkt und vertraulich an. Die Methode existiert für Rollen, auf die sich die besten Kandidaten nie bewerben: Geschäftsführer, Country Manager, Vertriebsleiter und rare technische Spezialisten.

Das prägende kommerzielle Merkmal ist das Retainer-Mandat. Der Kunde beauftragt exklusiv eine Beratung und zahlt in Etappen; im Gegenzug verpflichtet sich die Beratung zur systematischen Durchsuchung des gesamten Marktes — nicht nur der eigenen Datenbank. Diese Exklusivität macht vertrauliche Mandate, etwa die Ablösung eines Stelleninhabers, überhaupt erst möglich.

So läuft ein Suchmandat ab

Eine professionelle Suche folgt einer wiederholbaren Struktur. Vom Briefing bis zum unterschriebenen Vertrag dauert ein typisches Mandat in unserer Praxis sechs bis zwölf Wochen und durchläuft fünf Phasen:

  • Briefing und Market Mapping: Das Rollenprofil wird geschärft, dann wird der Zielmarkt — Wettbewerber, Nachbarbranchen, relevante Funktionen — zu einer Longlist namentlich identifizierter Personen kartiert.
  • Direktansprache: Kandidaten werden persönlich und diskret kontaktiert; die ersten Gespräche drehen sich um ihre Situation, nicht um eine Stellenanzeige.
  • Strukturiertes Assessment: Interessierte Kandidaten durchlaufen kompetenzbasierte Interviews, Track-Record-Prüfung und, wo sinnvoll, Assessment-Tools.
  • Shortlist: Der Kunde sieht eine kleine, vollständig dokumentierte Auswahl qualifizierter, motivierter Kandidaten — typischerweise drei bis fünf — mit vergleichbaren Profilen.
  • Angebot und Abschluss: Der Berater moderiert Referenzen, Verhandlung und Kündigung — die Phase, in der Suchen ohne Begleitung am häufigsten scheitern.

Retained Search vs. Contingency-Recruiting

Contingency-Recruiter arbeiten bis zur Besetzung unbezahlt, meist im Wettbewerb mit anderen, und werden dadurch ökonomisch auf Geschwindigkeit gedrängt: verfügbare Kandidaten schnell aus der Datenbank schicken, notfalls an mehrere Kunden. Retained Search dreht den Anreiz um — etappenweise bezahlt, exklusiv und verpflichtet, den ganzen Markt abzudecken, inklusive der passiven Mehrheit, die keine Datenbank zeigt. Keines der Modelle ist per se besser; sie bepreisen unterschiedliche Probleme.

Die praktische Grenze: Contingency funktioniert, wo qualifizierte Kandidaten zahlreich sind und sich bewerben. Sobald ein Profil rar, senior oder vertraulich ist, gewinnt Retained Search — weshalb der Begriff oft synonym mit Headhunting verwendet wird, obwohl Executive Search das systematische, mandatierte Ende dieses Spektrums bezeichnet.

Warum Executive Search den europäischen Markteintritt dominiert

Die erste Besetzung in einem neuen Land — Country Manager, Vertriebsleiter — ist die Entscheidung mit dem größten Hebel der gesamten Expansion, und der Kreis der Menschen, die Branchenwissen, lokale Netzwerke und Lust auf den Aufbau von null vereinen, ist in jedem Markt winzig. In Deutschland oder Frankreich sind die stärksten technischen Vertriebsführungskräfte angestellt, umworben und für Stellenanzeigen unsichtbar; nur Direktansprache erreicht sie.

Das ist unser Heimspiel als Boutique: Führungs- und technische Vertriebssuchen in Maschinenbau, Industrietechnik und Recycling. Ein aktuelles Beispiel ist eine Sales-Engineer-Suche in der DACH-Region für einen schwedischen Abluftreinigungs-Spezialisten — 992 kartierte Profile, zwölf vorgestellte Kandidaten, ausnahmslos passiv. Ein Mandat, das nur über systematische Direktansprache besetzt werden konnte, weil sich die richtigen Profile auf keine Stellenanzeige bewerben.

Weiterlesen im Blog

Artikel auf Englisch

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Executive Search Mandatierte Direktsuche für Führungsrollen

Retained-Mandate kosten typischerweise 25–35 % der Ziel-Jahresvergütung des Kandidaten, meist in drei Raten fakturiert: bei Beauftragung, bei Shortlist und bei Vertragsunterschrift. Boutiquen bieten für definierte Rollentypen teils Festpreise statt Prozentsätzen an.

Im Alltag überlappen die Begriffe stark. Streng genommen bezeichnet Headhunting die Technik — die Direktansprache angestellter Kandidaten —, während Executive Search die mandatierte, systematische Dienstleistung um diese Technik herum meint: exklusives Mandat, vollständiges Market Mapping, strukturiertes Assessment und garantierte Shortlist.

Ein sauber gebrieftes Mandat liefert die Shortlist typischerweise in vier bis sechs Wochen und den unterschriebenen Vertrag in sechs bis zwölf. Für das tatsächliche Startdatum kommt die Kündigungsfrist des Kandidaten hinzu — in den meisten europäischen Ländern ein bis sechs Monate. Vertrauliche oder grenzüberschreitende Suchen liegen am längeren Ende.

Besetzen Sie jetzt Ihre Schlüsselrollen im Vertrieb.

Sprechen Sie unverbindlich mit uns. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden.

30-Min-Erstgespräch buchen
Jonas Strambach – Director & Senior Recruiter, JN Recruitment
Unsere Mission ist einfach: Placements, die neue Märkte öffnen.
Jonas Strambach Director & Senior Recruiter, JN Recruitment
Jonas Strambach – Director & Senior Recruiter, JN Recruitment

Ehrliche Einschätzung zu Vakanz & Markt — schon im Erstgespräch.

Kostenlose Vakanz-Analyse · Antwort in 24 Stunden

30-Min-Erstgespräch buchen